Held des Monats Juli

04.08.2020

Held im Ehrenamt

„Kinder und Jugendliche benötigen ein Vorbild in ihrem Leben. Ich bin selbst ohne Eltern aufgewachsen und habe gemerkt, dass mir eine Bezugsperson in meinem Leben gefehlt hat. Aus diesem Grund wollte ich anderen, denen es genauso geht wie mir, helfen.“

– Horst Schurr, unser Held des Monats Juli

Horst stammt gebürtig aus der Nähe von Stuttgart und ist ein Schwabe durch und durch. Der Entschluss, sich ehrenamtlich zu engagieren kam früh. Seit seinem 20. Lebensjahr engagiert sich Horst.


Die Motivation sich ehrenamtlich für andere Menschen einzusetzen, zog Horst aus der eigenen Erfahrung der fehlenden elterlichen Unterstützung.
„Ich wusste, dass ich nicht der einzige bin, der ohne Eltern aufgewachsen sein muss. So eine Situation ist für niemanden leicht, besonders nicht für Kinder. Deshalb wollte ich zu einer Bezugsperson für benachteiligte Kinder werden, um sie auf ihrem Lebensweg zu unterstützen,“ erzählte uns Horst in unserem Gespräch.


Hauptberuflich war Horst als Buchbinder tätig. Neben seiner Arbeit engagierte er sich unter anderem für die evangelische Kirche und half Organisationen Projekte zu realisieren. 1966 zog es Horst dann mit seiner Frau nach Worms, um dort eine Behindertenwerkstatt aufzubauen.
„Zu Beginn des Projektes gab es einige Hürden zu überwinden. Es stand uns kein Gebäude zur Verfügung und wir mussten viel Zeit investieren, um einen geeigneten Ort zu finden. Am Anfang hatten wir nur einen kleinen Raum in einem Gebäude zur Verfügung. Dann aber konnten wir eine Halle einer ehemaligen Gärtnerei übernehmen. Nach dem Aufbau der Werkstatt bekamen dann meine Frau und ich unser erstes Kind und mir wurde eine Anstellung in der pädagogischen Leitung der Werkstatt angeboten. Das Angebot konnte ich nicht ablehnen!“, so Horst.


Bis zum Jahr 2000 führte Horst die pädagogische Leitung der Werkstatt. Er half den Behinderten dabei, selbstständig zu arbeiten und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Zu vielen Menschen aus der Einrichtung hat Horst bis heute noch Kontakt. Ursprünglich wollte er nach der pädagogischen Leitung der Werkstatt eigenen Plänen nachgehen, doch das Schicksal hatte andere Pläne mit Horst.

„Eigentlich wollte ich zur Rente meinem alten Beruf als Buchbinder wieder mehr nachgehen, doch dann bin ich Opa geworden. Das hat mich dann doch nochmal motiviert ehrenamtlich tätig zu werden, anstatt in den Ruhestand zu gehen.“

So engagierte sich Horst erst ehrenamtlich für die Jugendorganisation Jugendschar und aktuell für die Schülerarche Worms.

Seit sieben Jahren ist er dort nun aktiv und unterstützt die Kinder bei ihren Hausaufgaben. Schon in seinen jungen Jahren hat Horst sich stets für benachteiligte Kinder eingesetzt und diese Motivation bis heute nicht verloren.
Inzwischen ist er 84 Jahre alt. Trotz der Corona-Pandemie möchte er gerne noch einmal zurück zur Schülerarche.
„Aufgrund der Beschränkungen kann ich aktuell nicht viel für die Kinder tun. Ich hoffe, dass sich die Situation beruhigt und ich noch einmal den Schülern bei ihren Hausaufgaben helfen kann.“


Wir finden Horsts Engagement sehr beeindruckend. Er hat sein Leben dem Ziel gewidmet, benachteiligten Kindern eine Lebensperspektive zu schaffen und ist dieser Aufgabe auch bis in ein sehr hohes Alter verfolgt. Wir hoffen, dass sich sein Wunsch, noch einmal in der Schülerarche arbeiten zu können, erfüllt.


Für uns ist Horst deshalb der Held des Monats Juli!

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