Zoos schließen und Tierschützer bestrafen?

23.10.2020

Tierschutz und Ehrenamt

Wenn es um das Thema Tiere geht, kommen den meisten wahrscheinlich erstmal Bilder von süßen Haustieren in den Kopf. 

Manche denken vielleicht auch an beeindruckende Wildtiere, die sie aus Tierdokus oder dem Zoo kennen. Doch die wenigsten denken direkt an unschöne Themen wie Tiermissbrauch oder Artensterben.

Einrichtungen wie Zoos und Zirkusse sind auf der einen Seite sehr beliebt, vor allem bei jungen Familien. Doch auf der anderen Seite haben sie auch den Ruf, dass es den Tieren dort nicht gut gehe, da sie eingesperrt werden und kaum Bewegungsfreiheit haben. Tierschützer beklagen, dass es den Tieren dort an natürlichen Reizen fehle und die Gehege nicht den hohen Ansprüchen von Wildtieren gerecht werden können.

Dem gegenüber steht, dass sich die Haltungsbedingungen in vielen Zoos im letzten Jahrzehnt deutlich gebessert haben. Es gibt zudem EU-weite Haltungsauflagen, damit die Tiere ihren biologischen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden.

Es wird versucht die Tiere so artgerecht wie möglich zu halten und sie auf verschiedene Art und Weise zu beschäftigen. Den Tieren wird es bspw. erschwert an ihr Futter zu gelangen, in dem es höher aufgehängt oder in einem Baumstamm versteckt wird. Durch das Züchten von vom Aussterben bedrohten Arten leisten Zoos auch einen Beitrag zum Artenschutz. Außerdem werden mit einem Teil der Einnahmen auch Artenschutzprojekte vor Ort unterstützt.

Manche Tierschutzorganisationen kritisieren allerdings, dass dies nur einem Bruchteil des Umsatzes entspricht und lediglich zur Imageverbesserung genutzt wird. Sie sind zudem der Meinung, dass vielleicht weniger Tiere vom Aussterben bedroht wären, wenn die staatlichen Förderungen, die in Zoos und Zuchtprogramme gesteckt werden, in den Natur- und Artenschutz fließen würden.

Doch auch Aktionen von Tierschutzorganisationen sind oftmals fragwürdig. So sind bspw. PETA Tierschützer dafür bekannt fragwürdige Aktionen durchzuführen wie bspw. in Ställe mitten in der Nacht einzubrechen. Das ist Hausfriendensbruch und somit eine Straftat. Dennoch decken sie oft Missstände auf und machen durch ihre Kontroversen Veranstaltungen auf Tierquälerei aufmerksam.

Anfang 2018 hat das Oberlandesgericht Naumburg sogar Tierschützer freigesprochen, die in mehrere Ställe eingestiegen sind. Grund dafür war, dass sie laut dem Landesgericht ein stark ausgeprägtes Mitgefühl für Tiere haben und mit dem Ziel handelten, die zuständigen staatlichen Stellen dazu zu veranlassen, auf die Einhaltung der Tierschutzregeln hinzuwirken.

Es gibt deshalb nun die Befürchtung, dass sich dies zu einem Präzedenzfall entwickeln und es als Freifahrtschein zum Einbruch gesehen werden könnte. Es ist es vorgeschrieben bei einem Verdacht auf Tiermisshandlung als erstes die zuständigen Behörden zu informieren und nicht direkt eigenmächtig zu handeln. Doch Tierschutzorganisationen setzten sich auch auf legale Weise für ihre Schützlinge ein. Sie informieren und klären auf, sie starten Petitionen und setzen sich für Tierrechte ein. Sie geben damit den Lebewesen eine Stimme, die keine haben. Viele sind Vollblut Tierschützer und würden keiner Fliege was zu leide tun, weshalb sie oft auch eine vegane Lebensweise verfolgen.

Die Welt in der wir leben ist nicht perfekt und es gibt keinen richtigen oder falschen Weg den wir einschlagen können. Wir müssen uns nur bewusst machen, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt. Das Wichtige dabei ist, dass man beide kennt und dann eine bewusste Entscheidung trifft.

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