Vermisst und gefunden!

15.09.2020

Vermisstensuche Nachrichten

Der sechsjährige Max aus Mönchengladbach wurde am Montag den 24. August von seinen Eltern als vermisst gemeldet, nachdem er nicht aus der Schule zurückkam. Seine Eltern machten sich riesige Sorgen und alarmierten direkt die Polizei. In Deutschland werden täglich zwischen 200 und 300 Vermisstenfahndungen erfasst. Viele davon werden am gleichen Tag aber auch schon wieder gelöscht.

Laut dem Bundeskriminalamt erledigen sich 50 % der Fälle bereits in der ersten Woche, nur ca. 3 % werden länger als 1 Jahr vermisst. Das erklärte die Polizei auch Max‘s Eltern, doch dies half nicht sonderlich, um sie zu beruhigen.

Die Polizei wandte sich, wie sie es in solchen Fällen oft tut, an die Bevölkerung und bat um Mithilfe bei der Suche nach dem kleinen Jungen. Aktuell liegt die Zahl der Vermisstenfälle bei rund 11.500. Davon sind über die Hälfte Kinder und Jugendliche und mehr als zweidrittel männlich.

Die Aufklärungsquote von vermissten Jugendlichen lag in den letzten Jahren zwischen 98,6 – 99,6 %. Dies liegt u. a. daran, dass nach minderjährigen sofort gefahndet wird und Jugendliche oft aus eigenem Antrieb ihr familiäres und gewohntes Umfeld verlassen. Max‘s Verschwinden sorgte für eine größere Suchaktion, bei der sogar Hubschrauber und Spürhunde eingesetzt worden.

Generell gilt eine Person als vermisst, wenn ihr Aufenthaltsort unbekannt, sie nicht mehr in ihrem gewohnten Lebenskreis aufzufinden ist und eine Gefahr für Leib oder Leben besteht. Während Letzteres bei vermissten Jugendlichen sofort angenommen wird, haben Erwachsene das Recht darauf ihren Aufenthaltsort frei zu wählen, weshalb nicht direkt nach ihnen gefahndet wird, solange sie im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind. Besteht also nicht die Annahme, dass sich der Erwachsene in Gefahr befindet, geht man davon aus, dass er freiwillig und bewusst sein gewohntes Umfeld verlassen hat.

In solchen Fällen haben Angehörige dann aber immer noch die Möglichkeit, sich an Suchdienste zu wenden. Diese arbeiten grundsätzlich eng mit der Polizei, Rettungsdiensten und Notfallseelsorgern zusammen, so wie es auch in Max‘s Fall war. Hier half der Suchdienst, durch den Einsatz der Hundestaffel. Sobald die Person gefunden wird, wird zunächst überprüft, ob es ihr gut geht und anschließend den Angehörigen Bescheid gegeben. Wobei Volljährige gefragt werden, ob den Angehörigen über den Aufenthaltsort Bescheid gegeben werden darf. Einige Suchdienste helfen auch bei der Suche nach Vermissten aus dem 2. Weltkrieg oder wenn Flüchtlingsfamilien getrennt wurden. Der DRK-Suchdienst agiert u. a. im Rahmen des internationalen Suchdienst-Netzwerks auch weltweit und hilft nicht nur Familien wieder zu vereinen, sondern unterstützt sie auch anschließend im Visumverfahren und berät sie bei rechtlichen Angelegenheiten.

Die Mitarbeiter dieser Suchdienste arbeiten dort überwiegend ehrenamtlich. Leider gibt es meist zu wenig Helfer. So sind die Kreisverbände und Vereine immer auf der Suche nach weiteren ehrenamtlich Engagierten. Die Ausbildung ist kostenlos, man muss nur etwas Zeit und Motivation mitbringen. So kann man bspw. Mitglied der Rettungshundestaffel der Johanniter werden. Hierfür braucht man einen eigenen Hund, der nicht älter als 3-4 Jahre sein sollte und man muss mit einer etwa 3-jährigen Ausbildung rechnen, die dann unter der Woche abends und an den Wochenenden stattfindet. Beim DRK kann sich jede Person als Suchdiensthelfer melden, hier dauert die Ausbildung ca. 1 Jahr und besteht aus einigen Lehrgängen wie bspw. dem Erste-Hilfe-Kurs. Des Weiteren kann man sich auch beim Technischen Hilfswerk (THW) ehrenamtlich engagieren, wenn man bspw. bei der Vermisstensuche bei Katastrophen helfen möchte. Dort kann man die Grundausbildung innerhalb weniger Monate absolvieren oder sogar als Kompakt-Lehrgang innerhalb von 5 Tagen. Die Suchdienste sind überall in Deutschland vertreten und freuen sich immer über Verstärkung.

Ohne die Hilfe der Polizei, des Suchdienstes und der helfenden Bevölkerung, hätten Max Eltern ihn sicherlich nicht schon am selben Abend in die Arme schließen können. Der sechsjährige ist nach der Schule mit Bus und Bahn allein ins gut 30 Kilometer entfernte Düsseldorf gefahren, um dort das Grab seiner Oma zu besuchen, die er sehr vermisste. Durch einen Zeugenhinweis wurde Max am Abend um 18.30h an einer Bushaltestelle gefunden. Der Junge ist wohlauf und die Polizei und Eltern sind sehr dankbar für die vielseitige Unterstützung, die sie erfahren durften.

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