Umweltsünde Fast fashion

09.09.2020

Umweltsünde Fast Fashion

Die Textilindustrie ist nicht nur klimafeindlich, indem sie 5 % der globalen CO2-Emissionen verursacht, sondern auch aufgrund des hohen Wasserverbrauchs und der Verunreinigung des Wassers durch Kunstfasern sehr umweltschädlich. So hat z. B. die Produktion eines T-Shirts aus Polyester, eine CO2-Bilanz von 5,5 kg und aus Wolle sogar doppelt so viel, während es bei Baumwolle „nur“ 2,1 kg sind. Wird nun die Kleidung etwa in Ländern produziert, die viel Kohleenergie einsetzen – wie bspw. China oder Indien – sind die CO2-Emissionen noch höher.

Etwa 65 % aller Textilfasern weltweit werden chemisch hergestellt, es handelt sich hierbei um Kunststoffe wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl. Dafür werden knapp 100 Mio Tonnen Öl benötigt. Sowohl bei der Produktion als auch bei jedem Waschgang der Kleidung aus Kunststofffasern löst sich Mikroplastik und gelangt v. a. in Ländern mit mangelnder Abwasseraufbereitung direkt in die Flüsse oder ins Meer. Rund 35 % des Mikroplastiks in den Weltmeeren stammt von Kunstfasern. Das Mikroplastik dient dann als Träger von Bakterien und Giftstoffen und schadet den Meeresorganismen. 17– 20 % des weltweiten industriellen Abwassers entsteht bei der Kleidungsherstellung. Zum Glätten, Bleichen, Färben, Bedrucken und auch zum Imprägnieren der Outdoor-Kleidung werden Chemikalien benötigt. Auf 1 kg Garn werden 60 L Wasser verwendet. Viele Fabriken bekommen zwar höhere Ökoauflagen, aber nicht mehr Geld. Deshalb werden Kläranlagen abgestellt, um Kosten einzusparen. Die Wasserqualität der angrenzenden Flüsse ist mittlerweile so schlecht, dass dort keine Fische mehr leben können.

Für den Anbau von Baumwolle wird besonders viel Wasser benötigt. Natürliche Wasserreservoirs werden leergepumpt, wie beispielsweise der 4. größte See der Erde, der Aralsee. Der hohe Verbrauch an Wasser ist in Regionen, die bereits an Wasserknappheit leiden, besonders problematisch. Da Baumwollfelder zusätzlich noch mit Insektiziden und Pestiziden besprüht werden, wird auch das Grundwasser verunreinigt, sobald die Chemikalien im Boden versickern. Für eine Tonne Baumwolle bräuchte man 266 Mio Liter („graues Wasser“), um das Wasser wieder zu reinigen.

Der Anbau von Bio-Baumwolle ist wesentlich umweltfreundlicher. Das Unkraut wird mit der Hand oder maschinell entfernt und es werden keine Herbizide eingesetzt. Um die Baumwollpflanzen vor Schädlingen zu schützen, werden natürliche Methoden verwendet, indem am Rande der Felder insektenvertreibende Pflanzen wie bspw. Knoblauch oder Neembäume gepflanzt werden. Der Boden von Bio-Feldern hat mehr organische Substanzen und kann daher mehr Wasser speichern, weshalb die meisten Bio-Baumwollfelder nur von Regen gespeist werden müssen. Dadurch ist hier der Wasserverbrauch um 91 % geringer als beim konventionellen Anbau von Baumwolle. Jedoch wird auch etwa 20 % mehr Land gebraucht, um den gleichen Ertrag zu erzielen. All dies treibt dann aber auch den Kaufpreis in die Höhe.

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