Soziale Unternehmen? Sozialunternehmen?

21.09.2020

Gründer für das Ehrenamt

Was sind eigentlich soziale Unternehmen? Hat man dort als Mitarbeiter*in mehr Spaß als in herkömmlichen Unternehmen? Wird dort mehr für die Mitarbeiter*innen getan, also gibt es bspw. mehr Freizeitangebote, komfortablere Einrichtung und besseres Essen in der Mittagspause? Die Antwort ist folgende: Soziale Unternehmen oder auch Sozialunternehmen verfolgen ein gemeinnütziges, gesellschaftliches Ziel. Dabei stehen soziale und ökologische Anliegen im Vordergrund, während wirtschaftliche Ziele eher nachrangig sind. Die Prinzipien basieren auf Mitbestimmung oder Mitarbeiterbeteiligung und sozialer Gerechtigkeit. Zudem gibt es ein hohes Maß an sozialer Innovation. Da das gesellschaftliche System verbessert werden soll, werden die wirtschaftlichen Gewinne größtenteils reinvestiert oder für andere soziale Projekte verwendet.

In Deutschland gibt es nicht erst seit kurzem Sozialunternehmen. So entstand bspw. bereits im 19. Jahrhundert u.a. durch Friedrich Wilhelm Raiffeisen die gleichnamige Genossenschaftsbewegung. Durch die von ihm gegründete Raiffeisenorganisation konnten arme Bauern gemeinsam günstiger einkaufen, indem sie einen „grünen Kredit“ aufnahmen und so das Saatgut und den Dünger erst nach der Ernte bezahlen mussten. In Deutschland gibt es etwa 108.000 Sozialunternehmen (Stand 2017), doch trotz der guten Ideen der Sozialunternehmer*innen werden sie noch oft belächelt in der Start-up-Welt, da bei Innovation häufig an technische und nicht soziale Neuerungen gedacht wird. Dabei könnten ihre Ideen die Gesellschaft lebenswerter machen. Es könnte durch soziale Innovationen auch viel Geld in Deutschland eingespart werden, denn benachteiligte Gruppen, die durch diese Unternehmen gefördert werden, benötigen dann keine oder weniger Zuschüsse vom Staat. 

Und dann gibt es noch Social Entrepreneurship, dies ist eine Hybridvariante aus klassischen Start-ups und gemeinnützigen Organisationen. Es gibt zwar ein paar Förderungen, die dieses Feld finanziell unterstützen, jedoch fokussieren sich bspw. öffentliche Finanzierungsinstrumente meist nur auf eine der beiden Möglichkeiten. Interessant ist auch, dass 50% der Gründerinnen ein soziales Unternehmen aufbauen, während es nur 36% ihrer männlichen Kollegen auf diesem Feld versuchen. Generell sind Frauen in der Start-up-Welt aber noch stark unterrepräsentiert – der Anteil der Gründerinnen liegt lediglich bei knapp 15%.

Um auf die anfänglichen Fragen zurückzukommen: nein, in sozialen Unternehmen gibt es nicht zwangsläufig besseres Essen, bequemeres Mobiliar oder tolle Freizeitangebote für die Mitarbeiter, wobei das alles auch nicht auszuschließen ist. Aber v.a. wird das gesellschaftliche Leben mit jedem Arbeitstag verbessert und ein gemeinnütziger Mehrwert geschaffen, der letztendlich ja auch das Leben von den Mitarbeitern verschönert.

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