Mehrgenerationenhäuser der Zukunft

Text auf grünem Hintergrund: Don´t worry about getting old - worry about thinking old!

Seit 1990 ist die Zahl der Mehrgenerationenhaushalte in Deutschland um 40 Prozent zurückgegangen. Somit sind Mehrgenerationenhaushalte in Deutschland nicht mehr so häufig wie in manch anderen Ländern. Doch woran liegt das? Sind Deutsche einfach zu herzlos und halten es nicht lange mit der ganzen Familie aus?

Lediglich in einem halben Prozent aller deutschen Haushalte leben noch drei oder mehr Generationen. Deutschland hat eine sehr individualistische Kultur. Junge Menschen streben danach, sich zu verwirklichen und eigenständig zu sein, weshalb sie oft nach Abschluss der Schule Zuhause ausziehen. Karriere machen, steht bei vielen ganz weit oben auf der Wunsch- und To-do-Liste. Ein von Mobilität abhängiger Arbeitsmarkt, veränderte individuelle Ansprüche an den eigenen Haushalt sowie neue Perspektiven lassen kein gemeinsames Wohnen mit der ganzen Familie mehr zu. Und Familienplanung und -gründung ist z. T. zweitrangig.

Der Bevölkerungsanteil der 65-Jährigen und Älteren wird 2060 bei fast 35 Prozent liegen. Aufgrund des demografischen Wandels gibt es immer mehr ältere Menschen in Deutschland, die nicht alle Kinder haben oder niemanden, der sich vollständig um sie kümmern kann oder will. Studien beweisen, dass mehr als 30 Prozent der über 50-jährigen angaben, im Alter gerne mit der Familie in einem Mehrgenerationenhaushalt leben zu wollen. Es besteht also die Notwendigkeit eines Alternativprogrammes. Das ist auch der Regierung nicht entgangen, deshalb reagieren Bund und Länder mit dem Bundesprogramm „Mehrgenerationenhäuser“. Hierbei sollen in organisierter Form in mehreren Wohnparteien jung und alt zusammenleben. Sie sollen sich gegenseitig helfen, es soll ein Zusammenhalt entstehen und generationenübergreifendes Wohnen möglich gemacht werden. Seit 2012 gibt es dieses Aktionsprogramm, das stark vom Bund gefördert wird. Außerdem gibt es einen Anstieg bei anderen wahlverwandschaftlichen Wohnprojekten. Dabei tun sich Leute aus verschiedenen Generationen in einem Wohnprojekt zusammen. Was auch in den Städten für einen Boom-Charakter sorgt. Dahinter steht nämlich auch oft der Wunsch, generationenübergreifend mehr miteinander zu tun haben zu wollen. Das familiäre Generationenwohnen wird wohl eher nicht wiederkommen, denn das Modell hat für die jüngere Generation an Reiz verloren, aufgrund des flexibleren, von Mobilität geprägten Arbeitsmarktes. In manchen Regionen sind die Kinder noch etwas heimatbezogen und versuchen in der Nähe eine Arbeitsstelle zu finden. Das ist jedoch in strukturschwachen Regionen nicht mehr möglich.

Doch was ist, wenn es in der Heimat keinen freien Platz in einem Mehrgenerationenhaus gibt und man keine Kinder hat? Ist man dann völlig hilflos dem Älterwerden ausgesetzt? Nein, der Staat bietet noch viele weitere Möglichkeiten der Unterstützung im Alter. So kann man in ein Seniorenheim gehen, oder wenn man weiterhin in seinem Zuhause bleiben möchte, ist es auch möglich, sich eine Pflegekraft ins Haus zu holen. Außerdem kann man in ein betreutes Wohnen in der Nähe eines Seniorenheimes ziehen, damit man auch weitere Angeboten von dort je nach Lust und Laune in Anspruch nehmen kann. Egal, ob man Kinder hat oder nicht, die Kosten für die benötigte Unterstützung oder Pflege bleiben nicht komplett bei einem selbst hängen. Je nach Einstufung in den Pflegegrad übernimmt zuallererst die Pflegekasse/Pflegeversicherung einen Teil der Pflegekosten. Die restlichen Kosten müssen dann vom Patienten selbst getragen werden (aus seinen Rentenbezügen, Mieteinnahmen, vorhandenem Vermögen usw.). Die eigenen Kinder müssen erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000€ für die Kosten aufkommen. Verdienen sie weniger oder hat man keine Kinder, übernimmt das Sozialamt den fehlenden Betrag, wenn die Rente oder das Vermögen des Pflegeheimbewohners nicht mehr ausreichen.

Auch wenn es nicht mehr wie vor 50 Jahren einen „sicheren Halt“ durch die Familie in Form eines Mehrgenerationenhaushalts gibt, gibt es nun Absicherungen durch den Bund, die es damals nicht gab. Außerdem hat sich zwar die Lebensweise gewandelt, jedoch gibt es weiterhin einen starken Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Diesen oft auch generationsübergreifenden Zusammenhalt findet man häufig bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. Man braucht sich also keine Sorgen über das Älterwerden zu machen. Und kann sich entspannt auf die Altersweisheit, innere Ruhe und Geduld freuen, die einen erwarten wird. Diese Qualitäten kann man in Zuge dessen bei seiner ehrenamtlichen Arbeit, für die man dann sehr viel Zeit haben wird, einfließen lassen und dort sein Wissen an die junge Generation vermitteln.

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