Einsamkeit - Schlecht für die Gesundheit

29.11.2020

Zitat zur Einsamkeit - can we uninstall 2020 and install it again) this version has a virus

Martin ist 43 Jahre alt, kommt aus Frankfurt und arbeitet bei einer IT Sicherheitsfirma. Als sich Ende März die Pandemie zuspitzt, ordnet auch seine Firma an, dass alle erst mal zu Hause bleiben und im Homeoffice weiterarbeiten sollen. Dies ist zunächst gar kein Problem für Martin, eigentlich sogar ganz nett in Jogginghose „zur Arbeit zu gehen“ und auch schön, sich den täglichen Arbeitsweg zu sparen und direkt nach der Arbeit schon zu Hause zu sein. Dadurch hat er mehr Zeit für seine Hobbys, denkt er sich. Die erste Woche gefällt ihm ganz gut, direkt nachdem er seinen Arbeitscomputer heruntergefahren hat, macht er sich einen leckeren Tee, setzt sich in seinen gemütlichen Sessel und fängt an, sein Lieblingsbuch zu lesen. Martin lebt allein mit seinem Hund Rex in einer 3 Zimmerwohnung am Stadtrand. Er gehört zu den introvertierten Menschen, weshalb er es als sehr erholsam empfindet, mal nicht den ganzen Tag von seinen Arbeitskollegen umgeben zu sein.

Die Wochen ziehen ins Land und mittlerweile hat sich ein recht eintöniger Alltag bei Martin eingestellt. Er steht morgens um 7:00h auf, frühstückt schnell was, geht eine Runde mit Rex und setzt sich anschließend an seinen Laptop. In der Mittagspause bereitet er ein Tiefkühlgericht in der Mikrowelle zu und geht noch mal mit Rex vor die Tür. Zwischen 16 und 17h macht er dann Feierabend und dann… ja was dann… er weiß auch nicht mehr so recht, was er mit seiner freien Zeit anfangen soll. Irgendwie vermisst er seinen Büroalltag und seine, wenn manchmal auch etwas zu lauten, Kollegen. In seiner Freizeit würde er sich gerne mit Freunden treffen, aber das ist nicht wirklich möglich, da viele am anderen Ende der Stadt oder in einer anderen Stadt wohnen und nicht so gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Zeiten der Pandemie fahren. Manchmal trifft er sich zum gemeinsamen Gassi gehen mit seiner Nachbarin Ute, aber die ist sehr mit ihrer Arbeit als Krankenschwester eingespannt und hat deswegen auch nur selten Zeit. Martin bemerkt, wie er anfängt, sich einsam zu fühlen, er versucht, per Videocall seine Freunde anzurufen, aber es geht keiner ran oder die Verbindung ist zu schlecht. Also beschließt er, den Fernseher anzumachen, vielleicht lenkt ihn das ein wenig ab. Doch im Fernsehen läuft nur der übliche Kram, irgendwelche Extrasendungen über Corona, alles nichts Neues. Als die Nachrichten kommen, wird von einem schlimmen Vorfall in den USA berichtet, bei dem der 46-jährige Afroamerikaner George Floyd durch eine gewaltsame Festnahme getötet wurde. Das Rassismusproblem der Polizei ist Martin nicht neu, dennoch ist es immer wieder schrecklich, dies vor Augen geführt zu bekommen und zu sehen, dass es heutzutage immer noch so gravierend ist.

In den darauffolgenden Wochen kommt es zu Black Lives Matter Demonstrationen – auch in Frankfurt. Martin beschließt trotz seiner eher introvertierten Art, sich einer dieser Demos anzuschließen. Denn auch wenn Corona gerade in aller Munde ist, sollte man andere wichtige Themen nicht vergessen. Außerdem freut er sich, mal wieder unter Menschen zu kommen. Am Ende des Tages ist er zwar froh, endlich mal wieder etwas anderes gemacht zu haben als in den letzten Wochen, doch obwohl er von Menschen umgeben war, fühlt er sich immer noch einsam. Der Sommer kommt, für einen kurzen Moment scheint sich wieder alles zu normalisieren und dann ist er auch schon vorbei und ein zweiter „Lockdown light“ geht los. Eines Sonntagnachmittags sitzt er also wieder auf seinem gemütlichen Sessel, wo einst sein Happy Place war, und fühlt sich einfach nur traurig. Er denkt an das Rassismusproblem der Menschen, an den Klimawandel und seine verehrenden Auswirkungen, an all die Toten durch Corona, an die weltweite Flüchtlingskrise und an die terroristischen Anschläge, die gerade erst wieder in Frankreich und auch in Wien passiert sind. Der „schöne“ Sommer, der ihm immerhin viel Sonnenschein und etwas Zeit mit seinen Freunden an der frischen Luft beschert hat, ist nun endgültig vorbei und ihn überkommt diese Flut an Sorgen, Ängsten und grüblerischen Gedanken. Er würde gerne helfen.

Rex bellen weckt ihn aus seiner Trance und animiert ihn dazu, mit ihm raus zu gehen. Auf den Weg nach unten trifft er Ute, die auch gerade mit ihrem Hund rausgehen will. Zusammen gehen sie für über eine Stunde raus, bis die Sonne untergeht. Ute hat Martin wieder auf andere Gedanken gebracht und die Bewegung an der frischen Luft hat dafür gesorgt, dass er sich wieder ausgelassen fühlt. Ute hat jetzt auch geregeltere Arbeitszeiten, sodass sie feste Uhrzeiten ausmachen können, an denen sie zusammen mit den Hunden rausgehen. Irgendwie scheint jetzt doch nicht mehr alles so trist und verloren. Martin ist wieder voller Hoffnung und sicher, dass er die Wintermonate mit einem ausgeklügelten Freizeitplan und vielleicht einem neuen Hobby wie dem Ausüben eines online Ehrenamtes gut überstehen wird.

Trotz der Digitalisierung geht es einigen, die alleine leben, so wie Martin. Sie fühlen sich einsam und traurig. Während des Lockdowns ist die Zahl der Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen gestiegen. Es ist nun also besonders wichtig, auch auf seine psychische Gesundheit zu achten. Soziale Kontakte sind dabei ein wichtiger Faktor. Auch wenn man sich vielleicht nicht persönlich treffen kann, so kann man übers Internet oder Telefon in Kontakt bleiben. Sogar in diesen Zeiten ist es möglich, neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen, indem man z. B. ehrenamtlich arbeitet. Sei es in einem online Projekt oder wenn man für Risikogruppen einkaufen geht oder ihnen Essen bringt. Durch das Ausüben ehrenamtlicher Arbeit könnt Ihr etwas Gutes tun und anderen helfen, dies wird wiederum bei Euch ein gutes Gefühl auslösen und Ihr werdet Euch besser fühlen. Genauso wie bei Martin. Wenn Ihr Interesse an solchen Projekten habt, dann schaut doch mal, ob für Euch etwas Passendes in der FlexHero App zu finden ist.

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