Ehrenamt und die Flüchtlingskrise

03.10.2020

Zitat Uno Flüchtlingshilfe
 
 

Weltweit sind mehr als 79 Millionen Menschen auf der Flucht. Das ist über 1% der Weltbevölkerung. Seit 2010 hat sich die Zahl der fliehenden Menschen verdoppelt. Doch warum müssen Menschen fliehen? Neben Krieg und Gewalt, sowie Menschenrechtsverletzungen, kamen in den letzten Jahren vermehrt auch Hungersnöte sowie Klima- und Umweltprobleme als Fluchtursachen hinzu. Durch den Klimawandel wird es immer schwieriger in manchen Teilen der Welt noch Landwirtschaft zu betreiben und Ernte einzufahren. Wassermangel und steigende Temperaturen sorgen dafür, dass es sich in den heißen Regionen nicht mehr leben lässt. Ein weiterer Grund für eine Flucht ist zum einen die Perspektivlosigkeit in Bezug auf Arbeit und Einkommen, so liegt bspw. das Durchschnittseinkommen in Ghana bei 110€ im Monat.

Die Menschen fliehen oft innerhalb ihres Landes, zum Beispiel vom Land in die Stadt. Insgesamt drei von vier Flüchtlingen bleiben in ihrer Heimatregion oder der unmittelbaren Nachbarschaft.  Nur 10 % kommen nach Europa. Viele von ihnen gehen auch aufgrund von Fernsehen und Internet davon aus, dass in Europa oder auch den USA die perfekte Welt auf sie wartet. Denn soziale Ungerechtigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und andere Probleme, die es auch in der westlichen Welt gibt, werden oft nicht in den Fernsehserien angesprochen und vermitteln so ein idealisiertes Bild. Außerdem ist vielen Menschen gar nicht bewusst, wie gefährlich eine Flucht ist. Sie wissen nicht, wie der Fluchtweg aussieht und was genau auf sie zu kommt. Deshalb muss in den Ländern vor Ort Aufklärung betrieben werden.

Neben den Menschen, die aus Angst um ihr Leben fliehen gibt es auch die, die ihr Land aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Sie hoffen in den Industrienationen einen besseren Lebensstandard aufbauen zu können. Doch 85% der Flüchtlinge leben nach wie vor in Entwicklungsländern. Sobald die schutzsuchenden Menschen in die EU kommen müssen sie einen Asylantrag stellen. Die EU hat eine rechtliche und moralische Verpflichtung, Schutzbedürftigen zu helfen. In Deutschland gibt es etwa 1,8 Millionen Schutzsuchende. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3% (Stand Ende 2019). Beim Asylantrag wird dann überprüft, warum die Menschen ihre Heimat verlassen haben und anschließend wird entschieden, ob sie bleiben dürfen. Die Regierungen der Mitgliedstaaten sind verpflichtet, sie in ihr Heimatland oder ein anderes sicheres Land, das sie bereits durchquert haben, zurückzuführen, falls der Asylantrag abgelehnt wird. Die große Mehrheit der Menschen, deren Asylantrag erfolgreich ist, erhält einen Status als anerkannter Flüchtling – das sind ca. 97 Prozent.

Sowohl Flüchtlinge, Migranten als auch Asylbewerber brauchen oft Hilfe, wenn sie in Deutschland ankommen. Neben der großen Armut kennen sie sich mit den bürokratischen Vorgängen nicht aus und haben Probleme mit der Sprache und anderen kulturellen Unterschieden. Doch wie kann man ihnen helfen und die Integration erleichtern? Einerseits helfen Geld- und Sachspenden. Aktive Helfer werden andererseits auch immer benötigt. Wer Zeit hat und mit den Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt, klarkommt, der kann auch in diesem Bereich ehrenamtlich aktiv werden. Es gibt zum einen die Möglichkeit regional zu helfen. Geeignete Ansprechpartner hierfür sind die Landesflüchtlingsräte, die als unabhängige Vertreter, der in den Bundesländern engagierten Flüchtlingsselbsthilfeorganisationen, Solidaritätsinitiativen und Unterstützergruppen, fungieren. Durch Sprachtandems bietet sich außerdem die Chance selbst etwas über die Kultur und Sprache der Flüchtlinge zu lernen und ihnen beim Deutschlernen zu helfen und gleichzeitig unsere Kultur näher zu bringen. Zum anderen kann man bei der Suche nach Unterkünften helfen oder evtl. selbst eine anbieten. Sprachbegabte können außerdem beim Dolmetschen helfen. Und wenn man nicht ganz so viel Zeit hat, dann reicht es auch schon, wenn man Fakten über Flüchtlinge und Schutzsuchende teilt und dabei hilft gegen Vorurteile anzugehen.

In Deutschland haben seit 2015 insgesamt 55 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren Flüchtlinge unterstützt. Dabei sind mehr Ehrenamtliche mit einem Migrationshintergrund (25 Prozent) in der Flüchtlingshilfe aktiv, als in anderen Bereichen des sozialen Engagements (15 Prozent). Aktuell leisten noch 19 Prozent der Bevölkerung aktive Flüchtlingshilfe oder helfen auf andere Weise. Das liegt u.a. auch daran, dass die Zahl der Asylanträge in Deutschland auf unter 200.000 gesunken ist, während sie 2016 noch bei 745.000 lag. Dennoch werden ehrenamtliche Helfer händeringend gesucht. Auf der Internetseite der Caritas Deutschland könnt Ihr Tipps für Flüchtlingshelfer*innen finden. Zusätzlich könnt Ihr dort auch einen Selbstcheck durchführen, um zu überprüfen, ob Ihr für die Arbeit mit Flüchtlingen geeignet seid. Unter ProAsyl.de findet Ihr eine Übersichtskarte, die Euch hilft Projekte und Initiativen rund um die Flüchtlingshilfe in Eurer Umgebung zu finden. Spenden werden zudem auch immer dankend angenommen. Auch hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Man kann bspw. über die Internetseite der UNO Flüchtlingshilfe oder auch bei der Caritas Deutschland für die Flüchtlingshilfe spenden.

 
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